Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz
Ein Projekt von Jan-Christoph Gockel

Jan-Christoph Gockel, geboren 1982 in Gießen, wuchs bei Kaiserslautern auf und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt/Main. 2009 schloss er sein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin ab.
Während des Regiestudiums zeigte er erste Inszenierungen beim Festival de Liège, Belgien und an der Schaubühne am Lehninerplatz, Berlin. Dort erarbeitete er die Uraufführung von Die Wissenden von Nina Ender als seine Diplominszenierung. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur.
Neben der häufigen Zusammenarbeit mit jungen Autoren bezieht er musikalische und dokumentarische Elemente sowie Puppenspiel stark in seine Arbeiten ein: am Oldenburgischen Staatstheater inszenierte er Hamlet und zeigte Baal von Bertolt Brecht mit Puppen von Michael Pietsch. Ihre lange Zusammenarbeit setzen Gockel und Pietsch an unterschiedlichen Theatern und schließlich in Mainz fort, wo sie Grimm Ein deutsches Märchen, über das Leben der Gebrüder Grimm und ihre Werke herausbrachten. Am Staatstheater Mainz inszenierte Jan-Christoph Gockel außerdem Kunst, die Uraufführung von Balkanmusik und Schillers Die Räuber.
Seine Wiener Performance Psychiatrie! wurde für den Nestroy-Preis 2010 nominiert und zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Balkanmusik war 2011 bei den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin zu sehen. Trilogie der Träumer vom KonzertTheaterBern gewann beim Heidelberger Stückemarkt 2013 den Nachspiel-Preis und Jan-Christoph Gockel wurde von Theater heute als Nachwuchsregisseur des Jahres nominiert.
Seit der Spielzeit 2014/15 ist er Hausregisseur am Staatstheater Mainz. Dort inszenierte er Schinderhannes, Die Ratten, Macbeth, Ramstein Airbase – Game of Drones und Grimm.Ein deutsches Märchen. In der Spielzeit 2016/17 feierte seine Inszenierung Ich, Pinocchio – Eine Reise ins Herz der Maschine Premiere.

 

BESETZUNG
Inszenierung: Jan-Christoph Gockel
Ausstattung: Julia Kurzweg
Video: Florian Rzepkowski
Dramaturgie: Jörg Vorhaben
Es spielen:
Monika Dortschy
Sebastian Brandes
Denis Larisch

Ramstein Airbase – Game of Drones
Inszenierung
Mit Ramstein Airbase – Game of Drones setzt der Hausregisseur Jan-Christoph Gockel nicht nur seine theatrale Beschäftigung mit dem Thema globale Überwachung fort, sondern begibt sich auch auf einen Trip in die Vergangenheit. Der Abend beginnt mit Erinnerungen an die 80er Jahre und einer unbeschwerten Jugend nahe Ramstein. Die historischen Ereignisse verändern die Perspektive eines heranwachsenden Mannes, der als Zivildienstleistender verwundete amerikanische Soldaten transportiert. Er beobachtet die Veränderungen des deutsch-amerikanischen Verhältnisses und will schließlich die „Welt als Schlachtfeld“ hinterfragen und wird Menschenrechtsanwalt.
In Ramstein befindet sich der größte US-Militärflugplatz außerhalb der Vereinigten Staaten: die Ramstein Airbase. Sie ist ein zentraler Umschlagplatz für Soldaten und Material, außerdem für Daten: die Airbase spielt für die Kriegsführung mit Drohnen eine zentrale Rolle und dient als Schnittstelle zwischen Planung und Steuerung von Kampfdrohnen-Einsätzen. Die Drohnenpiloten sitzen tausende Kilometer entfernt in den USA und über Ramstein gelangt das Signal zu den unbemannten Flugobjekten. Einblick darin wie dieses System funktioniert und welche Rolle Ramstein darin spielt, gab der Weltöffentlichkeit der ehemalige Drohnen-Operator Brandon Bryant. Er steuerte den Ziellaser für die Raketen der Drohnen und sagte darüber u.a. vor dem NSA Untersuchungsausschuss aus. Im Oktober 2015 war er zu Gast im Staatstheater Mainz. Das Gespräch mit ihm diente als Grundlage für dieses Theaterprojekt und Bryant tritt im Theaterabend als zentrale Figur auf.